Selbstexperiment mit der Chia Diät

Ein Gastbeitrag von Manuel K.

Hoppla, was ist denn da schon wieder im Umlauf? Nichts essen und dadurch abnehmen war gestern, heute wird zunehmend nur noch auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung geachtet.
Doch was hat es mit den Bio-Trends auf sich? Sind die wirklich gesund und helfen sie sogar abzunehmen?

Ich wage das Selbstexperiment

Ich habe mich dem Experiment unterzogen und teste die „Chia-Diät“. Zwei Wochen lang habe ich mich in die Thematik „Chia“ eingearbeitet und meine komplette Ernährung angepasst.
Aus einem Fleischfressendem Sportmuffel wird 2 Wochen lang ein Ernährungsbewusster, Kalorienzählender Sportler.
Meine Ausgangssituation: 26 Jahre, 1.88cm, 103Kg.
Mein Ziel: Die 4 Kilo wieder abspecken, die ich mir in der Weihnachtszeit gegönnt habe und die Waage wieder in einen zweistelligen Bereich bringen.
Mein Vorgehen: Ich mache die Chia Diät. Das bedeutet: Ausgewogene Ernährung, 4 mal Sport in der Woche und zu jeder Mahlzeit Chia-Samen hinzugeben, maximal aber 15 Gramm am Tag.

Was können Chia Samen?

Zunächst einmal möchte ich klar stellen, worum es sich bei Chiasamen überhaupt handelt Schmackhaft sehen sie nicht gerade aus, vielmehr erinnern die mexikanischen Samen an kleine Pfefferkörner, die bei der Zugabe von Flüssigkeit zu einem klebrigen Brei aufquellen. Sie sind fast geschmacklos, trotzdem hinterlassen sie im Mund einen eigenartigen Geschmack. Aber was sagt man den kleinen Wunderkörnern überhaupt alles nach? Zunächst einmal sollen sie positiv auf das Wohlbefinden wirken und unseren Körper mit allem versorgen, was er benötigt.

Chiasamen sind reich an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen und enthalten wichtige Proteine und Ballaststoffe. Weiterhin haben sie den höchsten Omega-3-Wert und enthalten 10 Mal mehr Omega-3 als Lachs. Bei mir hatte das die Auswirkung, dass ich mich schon nach wenigen Tagen „fitter“ gefühlt habe.
Anstatt bis 10 Uhr zu schlafen und dann in die Redaktion zu gehen, hatte ich soviel Energie, dass ich oftmals um 8 Uhr aufgestanden bin. Mein Körper war so Energiegeladen, dass ich die zwei „gewonnenen Stunden“ mit einer kleiner Jogging Tour genutzt habe. Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich ein totaler Sportmuffel bin. Lange rede kurzer Sinn: Ich fühlte mich fitter, ausgeglichener, glücklicher, kraftvoller und war generell motivierter.

Eigentlich gut, oder?

Auch gesundheitlich können Chia-Samen vorbeugen

Schenkt man den Herstellern und Medien glauben, so sind Chia-Samen nicht nur gut für den Körper, sondern helfen aufgrund ihrer Inhaltsstoffe auch dabei, gesund zu bleiben.
Man sagt, dass die kleinen Samen richtige Vitaminbomben sind, denn sie enthalten reichlich Vitamin A und B, Kalium, Zink, Bor, Folsäure und alle lebenswichtigen Aminosäuren.

Das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts soll bei regelmäßiger Zunahme der Samen deutlich sinken. Sogar den Blutzuckerspiegel beeinflussen sie positiv. Ein Esslöffel am Tag reicht um uns mit allem wichtigen zu versorgen.

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Ob das nun stimmt oder nicht kann ich leider nicht beantworten. Ich bin mit meinen 26 Jahren in der angenehmen Situation, dass ein Schlaganfall oder Herzinfarkt doch eher recht selten vorkommt.

Chia Samen statt Mittagessen?

Vor meinem Selbstexperiment habe ich mich natürlich im Internet schlau gemacht und mich ausgiebig über Chia-Samen und dessen Anwendung informiert. Und das war genau richtig, wie sich später herausstellte. Als ich das erste mal von „Chia Samen Ernährung“ oder „Chia Diät“ gehört habe, bin ich davon ausgegangen, dass jede Mahlzeit am Tag über einen bestimmten Zeitraum mit Chia Samen ersetzt werden. In meinem Kopf gab es Morgens einen Shake mit Chia Samen, Mittags einen Salat mir reichlich Samen und Abends nochmal Samen. Gut das ich mich vorher informiert habe, denn auch wenn Chiasamen lange sättigen, sollten sie keine Mahlzeiten ersetzten, sondern ihnen beigeführt werden.

Eine Prise kann da schon vollkommen ausreichen. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 15 Gramm. Hätte ich das Experiment so wie mein Kopf gemacht, hätte ich locker 100-150 Gramm am Tag gegessen. Was sagt uns das jetzt? 15 Gramm Chia Samen werden den Tag über der Nahrung beigemischt. Dass man sich ausgewogen ernähren muss um abzunehmen muss ich nicht erwähnen, oder?

Sport… Was ist mit Sport?

Wie ich eingangs bereits erwähnt habe, bin ich ein richtiger Sportmuffel. Neben der regelmäßigen Einnahme von Chia-Samen und einer generellen Ernährungsumstellung, sieht die „Chia-Diät“ auch 4 mal Sport in der Woche vor. 4 mal Sport in der Woche wären bei meinem 2 Wochen Experiment… lass mich rechnen… 8 mal Sport – das sollte ich hinbekommen!
Mithilfe meines Arztes haben wir gemeinsam einen Trainingsplan entwickelt, der meinen Ansprüchen und meinen Körperlichen Gegebenheiten gerecht wird.

Ich möchte nun nicht zu tief auf den Trainingsplan eingehen, da die Chia-Samen in diesem Beitrag im Vordergrund stehen sollten.Das Ergebnis hat mich echt erstaunt: Während ich am ersten Tag nach 500 Meter Joggen, ein paar Liegestützen und 10 Kniebeugen schon vollkommen am Ende war, konnte ich meine Leistung innerhalb der ersten Woche verdoppeln. Am Ende des Experiments war ich in der Lage 1.5km zu joggen, 20 Liegestützen und 50 Kniebeugen am Stück zu machen.Dabei sah meine Chia-Diät vor, dass ich vor dem Training Kohlenhydrathe in Form von Müsli, und nach dem Training ein Shake zu mir nehme. Beides mit Chia-Samen versteht sich.

Wo wir schonmal beim Thema „Arzt“ sind

Neben der Aufstellung des Trainingsplans habe ich mich mit meinem Arzt auch generell über Chia-Samen geredet. Ich konnte mir bis dato nicht vorstellen, dass diese kleinen, Pfferkorn-artigen Dinger, die auch als „Superfood“ bezeichnet werden, mir tatsächlich beim abnehmen helfen können. Als ich ihn fragte, ob mir die Samen tatsächlich beim abnehmen helfen können, antwortete er sinngemäß folgendes:

Durch den erhöhten Anteil an löslichen Ballaststoffen werden die natürlichen und unraffinierten Kohlenhydrate über einen sehr langen Zeitraum ins Blut geleitet, das bremst unser Hungergefühl und zügelt den Appetit. Darüber hinaus wird der Kreislauf angekurbelt, was generell zu einer höheren Fett-Verbrennung führt. Dazu kommt die gigantische Quellfähigkeit der Samen. Ihr Volumen kann sie innerhalb von nur zehn Minuten um das Neun-bis Zwölffache vergrößern! Man stelle sich vor, das würde mit uns passieren, wenn wir uns in die Badewanne legen. Okay, Chia-Samen helfen also tatsächlich beim abnehmen.

Kochen…Braten… Was?

Ich war noch nie ein wirklich guter Koch. Mein Kühlschrank bestand in der Regel aus Tiefkühlgerichten und Aufback Pizza. Jetzt hatte ich folgendes Problem: Was und vor allem Wie koche ich? Was ist mit den Chia-Samen? Werden die auch gekocht? Kommen die Roh ins Essen? Nun, wie ich festgestellt habe, ist es egal welche Zubereitungsart angewendet wird, denn die kleinen Samen fallen geschmacklich gar nicht groß auf.

Sei es zu den Haferflocken am Morgen mit etwas Milch, über die Zuccinipfanne oder das Dessert. Die Samen kann man quasi überall dazu streuen. Eine kleine Menge reicht schon aus. Zugegebenermaßen, das Essen in den zwei Wochen war nicht das leckerste, was aber nicht an den Chia-Samen, sondern an meinen miserablen Kochkünsten liegt.

Oh, meine Samen sind leer

Angekommen in der Mitte der zweiten Woche ist mir ein kleines Malheur passiert. Als ich meiner Katze futter geben wollte, bin ich mit dem Ellbogen gegen die Plastik-Verpackung der Chia-Samen gekommen (sie stand noch auf dem Tisch, weil ich mir ein paar Minuten vorher einen Chia-Joghurt gemacht habe) und zack… Alles war auf den Boden. Da ich nicht der sauberste Mensch bin und jeden Tag putze, esse ich auch ungerne Sachen die auf meinen Boden lagen was zur Konsequenz führte, dass die Samen in der Tonne landeten.

Die Samen bekommt man übrigens in jedem Naturkostladen, in Reformhäusern, Drogeriemärkten oder auch im Online Versandhandel. Jetzt kommt das interessante: Bisher hatte ich weiße Chia-Samen zu mir genommen. Die neu gekauften Chia-Samen aus dem DM allerdings sind schwarz. Ich war leicht verwirrt und fragte mich, was denn nun der Unterschied zwischen den weißen und den schwarzen Samen ist.

Die Antwort: Die Farbe. Ja, das ist tatsächlich die Antwort.

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Allgemeines Wissen über Chia-Samen

Im Rahmen des Experimentes habe ich mich natürlich auch intensiv mit dem Thema Chia-Samen beschäftigt.
Die wichtigsten Informationen, Fakten und meine Persönliche Meinung möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Der Trend aus den USA  – rübergeschwappt ist der eigentlich Jahre zurückliegende Trend vor kurzem frisch aus Amerika. Was man da im übrigen genau isst, sind Samen einer kraftvollen Salbeipflanze, die in Mexiko, Guatemala und Nicaragua ihre Wurzeln hat. Vor sechs Jahren erst genehmigte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit die Einführung von Keksen und Kuchen, in dem Chia-Samen steckt, seit zwei Jahren ist der Import der einzelnen Samen erlaubt.

Aber Moment Mal – gibt es überhaupt Studien über die Wirkung auf den Menschen? Können sie vielleicht Allergien auslösen? Bis jetzt ist ein derartiger Fall nicht bekannt, jedoch gibt es auch keine wissenschaftlichen Stellungnahmen dazu. Die Inhaltsstoffe der Samen sind definitiv gesund-aber sind die Samen deshalb eine Wundermedizin?
Die Meinungen sind unterschiedlich. Ich für meinen Teil, habe nur positive Erfahrungen mit den Samen machen können.

Meine Antwort ist folgende: Jedes Lebensmitteln kann auf irgendeine Art und Weise eine allergische Reaktion hervorrufen. Die Chia Pflanze gehört wie bereits erwähnt zur Familie der Lippenblütler, zu der sich auch die Minze, der Salbei und der Rosamarin zählen. Wer allergisch auf einer dieser Pflanzen reagiert, verträgt vielleicht auch die Chia nicht und sollte unter Umständen darauf verzichten. Wichtig ist es, bei der Zunahme von den Samen genügend zu trinken, sonst droht Verstopfung. Wer diesen Hinweis beachtet, kann seine Chia-Portion am Tag ganz unbedenklich genießen.

Fazit

Zwei Wochen sind nun um. Zwei Wochen in denen ich intensiv Sport betrieben und meine Ernährung um 180 Grad gedreht habe.
Zwei Wochen, in dem ich ca. 15g Chia-Samen am Tag verteilt zu mir genommen habe. Zwei Wochen die mein Leben veränderten.

Habe ich mein Ziel erreicht?

Die Frage kann ich mit einem klaren Ja beantworten.
Ich habe es geschafft, innerhalb von 2 Wochen 7 Kilo abzuspecken. Wenn du dich erinnerst, waren 4 Kilo mein Ziel.
Darüber hinaus merke ich auch eine generelle Veränderung an meinem Körper. Meine Muskeln wirken stärker und definierter.
Aber nicht nur das, auch mein komplettes mindset hat sich geändert. Ich fühle mich fabelhaft, glücklich und bin einfach froh, dass ich das Experiment gemacht und geschafft habe.
Ich weiß nicht was mit mir passiert ist, aber auch meine emotionale Lage hat sich geändert.

Würde ich Chia-Samen weiterempfehlen?

Die Chia-Samen an sich haben eine Menge Vorteile und machen richtig verrücktes Zeug mit dem Körper. Ich kann jeden ans Herz legen, sich zumindest mal mit Chia-Samen auseinander zu setzen. Ob die Samen jetzt für jedermann geeignet sind, kann und möchte ich nicht beurteilen.
Ich kann nur für mich sprechen: Ich werde definitiv weiter Chia-Samen in meine tägliche Nahrung integrieren.

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